Eine schöne Vase aus Pergamon

2. Hälfte des 2. Jahrhunderts v.Chr.
Berlin, Antikensammlung SMB, P 415 + P 366
Ton. Munsell 5YR 6/6. Höhe 19,6 cm. Durchm. Fuß 12 cm

Die weißgrundige Lagynos stammt aus dem hellenistischen Pergamon und war nur in Fragmenten erhalten. Durch die Unterstützung der Dr. Peter Deubner-Stiftung konnte sie im Jahre 2011 gründlich restauriert werden. Sie ist nun in der einmaligen Pergamon-Ausstellung der Berliner Antikensammlung auf der Berliner Museumsinsel zu bewundern.

Der Erhalt antiker weißgrundiger Vasen ist ein Anliegen der Stiftung, da sich in der Sammlung Deubner auch eine weißgrundige Lekythos des Schilf-Malers aus der Zeit um 410 v.Chr. befindet
.

Literatur zu der Vase: A. Conze: Stadt u. Landschaft. Berlin 1913, 277; J. Schäfer: Hellenistische Keramik. Berlin 1968; V. Gassner, Tetragonos-Agora. Wien 1997, 70 Nr. 206; S.I.Rotroff: Hellenistic Pottery. Princeton 1997, 390, Nr. 1503



Weißgrundige Lagynos, Antikensammlung der
Staatlichen Museen zu Berlin, Foto:
E. Alvarez-Dossmann




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Deubner-Stiftung ermöglicht die Restaurierung einer wertvollen griechischen Vase der Antikensammlung zu Berlin

 

Bei einem Besuch der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin fiel Dr. Peter Deubner eine attische weißgrundige Lekythos auf, die sich einer besonders schönen Bemalung erfreut, sich sonst aber in einem bedauernswerten Zustand befand. Die Reste der farbigen Malerei waren noch gut zu erkennen. Es fehlte jedoch der Henkel. Hals und Mündung der Vase waren abgetrennt, aber immerhin noch vorhanden.  Ansonsten war der Körper der Vase intakt. Die Oberfläche hatte unter der Bodenlagerung und vorhergehenden Restaurierungen stark gelitten. Die Lekythos bedurfte also einer raschen Restaurierung, um die Originalsubstanz noch zu retten.

Da sich in der Sammlung Deubner eine ähnliche Vase, ebenfalls eine weißgrundige Lekythos des sog. Schilf-Malers, befindet, war es ein Anliegen der Deubner-Stiftung, diesem entsprechenden Exemplar der Antikensammlung zur Rettung zu verhelfen. Sie erklärte sich zur Übernahme der Kosten einer fachkundigen Restaurierung bereit. Die Lekythos kann nun in der Antikensammlung in restaurierter Form bewundert werden.

Die Vase stammt aus dem Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. Sie diente als Öl-Behälter für die griechischen Bestattungsriten. Mit Öl wurde der Leichnam eingesalbt. Am Grab wurden Ölgefäße aufgestellt. Insofern befassen sich die Malereien auf den weißgrundigen Lekythen bevorzugt mit Themen des Grabkultes und  der Totenwelt. Auf der Vase der Antikensammlung ist der Besuch am Grab dargestellt: der Grabstele in der Mitte, nähert sich von rechts eine Frau mit einem Korb voller bunter Schmuck-Bänder. Der sehr junge Mann mit kurzem lockigem Haar und Lyra und auf der linken Seite  ist wohl der Verstorbene. Die Vase des Schilf-Malers aus der Deubner-Sammlung hingegen zeigt eine junge Frau am Ufer des Unterweltflusses Styx, die auf ihre Überfahrt mit dem Toten-Fährmann Charon wartet.

Die Deubner-Stiftung widmet sich seit ihrer Gründung vor 10 Jahren zweien recht unterschiedlichen Zielen, bevorzugte Anliegen des Stifters. Einerseits werden wissenschaftliche Aufgaben, insbesondere auf dem Gebiet der Kunstgeschichte und der Archäologie, gefördert, zum anderen ist es unser Anliegen, Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft leben – vor allem Obdachlosen und anderen Bedürftigen – Hilfe anzubieten.



Weißgrundige Lekythos, Antikensammlung der Staatlichen Museen
zu Berlin, Foto: Sonja Radujkovic


Weißgrundige Lekythos (Detail), Antikensammlung der Staatlichen
Museen zu Berlin, Foto: Sonja Radujkovic


Weißgrundige Lekythos des sog. Schilf-Malers,
Sammlung Nele und Peter Deubner, Foto: Günter Puhze